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18.04.2017 Kategorie: Aktuell

Herzkissen im Brustzentrum Ostsachsen


 

Im Februar erfährt Ulrike Fritsche aus Niedercunnersdorf, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist. „Das war ein Schock für mich. Ich habe mich vorher nie mit diesem Thema beschäftigt. Bis zu dem Tag, als ich die Diagnose erfuhr, habe ich gedacht, dass Brustkrebs einen Bogen um mich macht.“ sagt die 63-Jährige. „Dieses Denken ist normal.“ betont Jacek Glajzer, Chefarzt und Medizinischer Leiter des Brustzentrums Ostsachsen. „Wir wollen uns nicht selbst mit solchen Erkrankungen auseinander setzen.“ Dennoch lassen uns diese Schicksale nicht kalt und wir möchten helfen. Neben der zuvorkommenden medizinischen und pflegerischen Betreuung im Brustzentrum Ostsachsen, welches eine Kooperation der Klinikum Oberlausitzer Bergland gemeinnützigen GmbH und der Asklepios Sächsischen Schweiz Klinik Sebnitz ist, sind einige unserer Mitarbeiter auch ehrenamtlich unterwegs. So nähen beispielsweise einige Kolleginnen an allen Standorten des Brustzentrums die sogenannten Herzkissen.

Die Idee dazu kommt ursprünglich aus den USA und fand ihren Weg über eine dänische Krankenschwester nach Europa. Diese Idee wurde durch viele deutsche Brustzentren aufgegriffen. Die Herzkissen haben viele Aufgaben. Sie stützen den Arm und die Schulter der betroffenen Seite und sorgen somit für Entlastung. Durch die großen Ohren werden die Kissen unter die Achsel geklemmt und lindern damit vor allem den Druckschmerz. Der Arm liegt nicht direkt auf der frisch operierten Brust auf. Somit werden auch Stöße oder Erschütterungen etwa durch Niesen und Husten abgemildert. Und nicht zuletzt haben die Kissen eine ganz emotionale Aufgabe. Sie sollen Trost spenden, Kraft geben und Anteilnahme signalisieren.

Frau Fritsche wurde im März operiert und erhielt kurz nach dem Aufwachen aus der Narkose das Herzkissen. Seit dem trägt sie es. „Es ist eine große Entlastung, dieses Kissen zu tragen und hat mir in der ersten Zeit nach meiner Operation sehr geholfen. Auch jetzt, 3 Wochen nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hilft es mir noch. Außerdem ist es schön zu wissen, dass jemand an uns an Brustkrebs erkrankte Frauen denkt.“ bestätigt Ulrike Fritsche.