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03.02.2017 Kategorie: Aktuell

Am 04.02.2017 ist Weltkrebstag


Die Anzahl der Tumorerkrankungen nimmt seit Jahren gefühlt zu. Mittlerweile ist fast jede zweite Todesursache tumorbedingt. Dies liegt vor allem an der demographischen Entwicklung der Bevölkerung. Mit höherem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung.

Einmal im Jahr gibt es einen Tag, an dem wir für das Thema Krebs sensibilisieren wollen. Am 4. Februar ist es wieder soweit - der Weltkrebstag. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Wir können, ich kann“. Es geht darum, daran zu erinnern, was jeder von uns tun kann, beispielsweise regelmäßig zur Vorsorge gehen. Die Angebote sind vielfältig. Jährliche Tests auf okkultes Blut im Stuhl ab 50, Krebsvorsorge beim Frauenarzt ab dem 20. Lebensjahr oder Darmspiegelungen ab 55, Kurse zum Abtasten der Brust, Mammographiescreening oder regelmäßige Untersuchungen auf Hautkrebs. „In der Vorsorge hat sich viel getan“, bestätigt Herr Dr. med. Steffen Herrmann, onkologischer Oberarzt am Klinikum Oberlausitzer Bergland, Standort Ebersbach. Die Teilnahme an diesen Vorsorgeuntersuchungen wird seit einiger Zeit auch von den Krankenkassen honoriert. So erhalten die Patienten einen Bonus, wenn sie sich die entsprechende Untersuchung vom Arzt im Bonusheft abzeichnen lassen. „Dieser Ansatz kommt nicht von Ungefähr. Der finanzielle Anreiz soll die Patienten ermutigen, regelmäßig zur Krebsvorsorge zu gehen. Denn je eher eine Tumorerkrankung entdeckt wird, umso besser kann man sie behandeln“, sagt OA Dr. Herrmann. Ist der Tumor noch klein und hat keine Tochtergeschwüre, sogenannte Metastasen gebildet, ist die Aussicht auf Heilung wesentlich größer. Die Therapie ist teilweise schonender, mitunter kann auf eine Strahlen- oder Chemotherapie verzichtet werden.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind keine Garantie, aber ein erster Schritt. Darüber hinaus sollte jeder auf einen gesunden Lebensstil achten und sich sportlich betätigen, ausgewogen ernähren sowie Alkohol nur in geringen Mengen konsumieren. Dadurch kann die Gesundheit langfristig stabilisiert werden.

Früher war die Diagnose ein Todesurteil. Heut sind die Heilungschancen auch bei einer fortgeschrittenen Erkrankung deutlich besser. Das liegt vor allem an der besseren Wirksamkeit der Therapie. „Wirkstoffe, die weniger gesunde Zellen zerstören, aber gleichzeitig den Krebs bekämpfen oder die gezielter an gewissen Rezeptoren andocken.“, bestätigt Herr Dr. med. Kolja Reifenrath, onkologischer Oberarzt in Zittau. Die Tendenz geht eindeutig zur individuellen Immun- und Antikörpertherapie um gezielter angreifen zu können.

Ebenfalls die Verträglichkeit von Chemotherapien hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. „Mittlerweile haben wir zahlreiche Möglichkeiten, diese unerwünschten Nebenwirkungen abzumildern oder sogar ganz zu verhindern.“, sagt OA Dr. Herrmann.

 

Oberarzt Dr. med. Steffen Herrmann, Schwester Simone Matthes und Assistenzärztin MUDr. Radka Malisová bei der Therapieplanung

 

Oberarzt Dr. med. Kolja Reifenrath bei einer Knochenmarkpunktion